Fasching oder Karneval ist nicht für alle hochsensiblen Kinder ein Spaß!

Dieser Blogbeitrag enhält Werbung (Buchtipp)

 

Eine besondere Bitte an Eltern und Erzieher/innen und Lehrer/innen: Wenn ein hochsensibles Kind keine Freude am Verkleiden hat, sollte dies respektiert werden.

 

Nicht alle hochsensiblen Kinder mögen die Karnevalszeit !

 

Sicherlich ist jedes Kind unterschiedlich und hat ganz individuelle Vorlieben, so ist es auch bei den hochsensiblen Kindern. Die einen lieben diese verrückte Narrenzeit mit den Faslamsumzügen und den Faschingsfeiern in Kita und Schule am Rosenmontag. Aber für andere ist es eine ganz unangenehme Zeit, der sie am liebsten entfliehen möchten.

Wenn ich mich an meine Kinderzeit zurück erinnere, haben mir diese Faschingsfeiern trotz meiner Hochsensibilität eigentlich immer Freude bereitet. Aber ich habe später, als ich selber Mutter war, viele Kinder beobachtet, die regelrecht von ihren Eltern gedrängt wurden, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Vielleicht aus dem Grund, weil man nicht möchte, dass das eigene Kind aus der Reihe tanzt, weil ja alle anderen Kinder großen Spaß am Verkleiden haben. Und so manches Mal habe ich geradezu das Unwohlsein der Kinder  mitgefühlt.

Es gilt für Eltern von hochsensiblen Kindern in Bezug auf das Thema „Faschingsfeier und Verkleiden“ ein besonderes Feingefühl zu entwickeln und dafür zu sorgen, welche Bedürfnisse und Neigungen das Kind hat. Im Vordergrund sollte immer stehen, dass sich das Kind wohlfühlt.

 

Die Extrovertierten

Es gibt unter den Feinfühlern viele Kinder, die das Faschingsfest (hier im Norden sagt man Faslam –  woanders heißt es Karneval, Fasching, Fastnacht usw.) lieben und große Freude am Verkleiden haben und mal ebenso in eine neue Rolle schlüpfen. Meistens sind es die extrovertierten Kinder, die sowieso schon immer eine große Bereitschaft haben, neues auszuprobieren und oftmals mutiger wirken.

 

Die Introvertierten

Aber es gibt genauso viele Kinder, die eine große Aversion gegen diese Art von Veranstaltungen und Feiern haben. Es sind dann eher die introvertierten, denen die Faslamsumzüge absolut keine Freude bereiten.

Für sie  ist das bunte Treiben mit den lauten, grölenden, umherziehenden, manchmal auch alkoholisierten Menschen oder schunkelndem Menschenpulk ein enormer Stressfaktor. Überall sehen sie verkleidete Menschen mit Masken oder angemalten Gesichtern und sind durch diesen Anblick oftmals sehr irritiert.

Als Kind inmitten einer großen Menschenmenge voller Narren zu sein und nicht entfliehen zu können, sorgt nicht nur bei hochsensiblen Kindern schnell für ein Unbehagen und kann sich zu einem enormen Stressfaktor entwickeln. Hinzu kommt noch die Lautstärke der lärmenden Faslamsaktivisten, oder auch durch die laute Musik der Spielmannszüge und die Beschallung der Faslamswagen. Schlimm wird es, wenn auch noch Böller gezündet werden oder sonstiger Lärm gemacht wird. Dieser Lärmpegel ist für die hochsensiblen Kinder kaum erträglich, erzeugt nicht nur Stress, sondern kann sie auch verschrecken oder sogar ängstigen.

 

Die Sache mit dem Verkleiden

Hochsensible Kinder können sehr sensibel in ihrer taktilen Wahrnehmung reagieren. Hinzu kommt dann noch die sensible olfaktorische Wahrnehmung. Aus diesem Grund haben sie eine große Abneigung gegen irgendwelche Gummi- oder Stoffmasken, die sie im Gesicht tragen sollen.

Farbige Schminke empfinden sie als extrem unangenehm klebrig und schmierig auf ihrer zarten Gesichtshaut. Meistens hat die bunte Farbe – für die hochsensiblen Kinder – auch noch einen unerträglichen Geruch.

Einige hochsensible Kinder lehnen das Verkleiden strikt ab. Sie haben einerseits keine Lust, sich in diese abenteuerlichen Kostüme zu zwängen und erfahren andererseits durch die Materialien kein Wohlgefühl.

 

Ich sehe dich nicht mehr!

Und dann gibt es noch einen weiteren Aspekt. Hochsensible Kinder haben oftmals die Fähigkeit, bei ihrem Gegenüber die Mikromimik wahrzunehmen. Sie erkennen beispielsweise sofort, ob ein Lächeln echt ist oder ob es ein gekünzeltes Lächeln ist. Bei einem unechten Lächeln, einem gespielten Lächeln, werden einige Muskeln, die normalerweise daran beteiligt sind, nicht aktiviert. Wer eine sehr feine Wahrnehmung hat und dieses unechte Lächeln sieht, spürt sofort eine unstimmige Disharmonie.

Diese besondere Wahrnehmung kann ein Grund sein, warum hochsensible Kinder das Verkleiden und die Masken oder die geschminkten Gesichter von den Konstümen, wie beispielsweise vom Clown, Dracula, Vampir oder Geist nicht mögen. Sie schauen in ein starres Maskengesicht und können nicht wie gewohnt, die feinen Signale der Gesichtsmimik deuten.

Hinzu kommt, dass die anderen verkleideten Kinder oder Erwachsenen manchmal richtig „jäck“ sind und total über die  Stränge schlagen. Gerade diese „Verwandlung“ von bekannten Personen kann die Feinfühler stark irritieren.

 

Liebe Eltern,

wenn Sie ein hochsensibles Kind haben, haben Sie bitte Verständnis, dass diese Veranstaltungen für ihr zartbesaitetes Kind nicht nur ein extrem hoher Stressfaktor, sondern auch zu einem Horrorerlebenis werden kann. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und sorgen sie für das Wohlbefinden ihres Kindes, egal, was andere sagen oder für tolle Ratschläge geben.

 

Liebe Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen,

bitte zwingen Sie ein sensibles Kind niemals dazu, an einer Faschingungs- oder Verkleidungsparty teilzunehmen, wenn es das nicht möchte.

Das Kind stellt sich nicht an, ist auch kein Sonderling, sondern hat seine ganz persönlichen Gründe, Abneigungen und eben auch keine Freude daran.

Wichtig wäre es, mit dem Kind über das Thema und seine Einwände zu sprechen. Vielleicht findet sich eine gemeinsame Lösung oder Verkleidungsvariante, die für das Kind erträglich wäre und es auch Freude haben würde. Wenn ein hochsensibles Kind sich nicht verkleiden möchte, aber trotzdem an der Feier teilnehmen möchte, erlauben sie ihm einfach ohne Verkleidung kommen zu dürfen.

 

Und noch eine Bitte: Sagen Sie niemals „stell dich nicht so an und mach mit“. Das Kind stellt sich nicht an!

 

Das Kind fühlt sich real nicht wohl und dieses sollte akzeptiert werden. Es wird keinen Spaß an der Sache haben und schließlich gibt es auch genügend normalsensible Erwachsene, die ebenfalls keine Lust auf das bunte Treiben haben.

Hochsensible Kinder zu stärken liegt mir sehr am Herzen, aus diesem Grund habe ich die Bücher geschrieben:

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Sabina Pilguj
Sabina Pilguj
www.ibi-za.de

Im Sonnenjahr 2017 habe ich mich entschlossen mit einem Blog „Ibiza"- Ich bin ich - zentriert und achtsam“ online zu gehen. Ich schreibe über alltägliche Themen, über Hochsensibilität, mein Herzensanliegen "Hochsensible Kinder stärken", den Lifestyle-Hippie, Yoga und Kinderyoga sowie über unsere tierischen Freunde.

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