Ekelmonster

Das Ekel-Monster schlägt zu!

Wenn der Einkauf zum Ekelfaktor wird – Hochsensible Wahrnehmung

 

Der Einkauf von Lebensmitteln sollte in der Regel mit einem Genussfaktor verbunden sein. Denn es werden ja Dinge gekauft, die man genießen möchte und unseren Leib und Seele nähren sollen. Die Vorfreude ist manchmal schon so groß, dass allein durch die Vorstellung des Gaumenschmauses, einen schon manchmal das Wasser im Mund zusammen läuft.

 

Die Vorfreude wird getrübt

Was aber, wenn einem die Vorfreude regelrecht vermiest wird und die brutale Realität einen einholt? Nämlich dann, wenn der Einkauf schon fast erledigt ist, man an der Kasse steht, um die Ware zu bezahlen und sich plötzlich groß, ziemlich präsent und nicht zu übersehen das „Ekel-Monster“ zeigt!

Ekelmonster

 

Was ist ein „Ekel-Monster“?  Das „E-M“ steht für ein Produkt, welches ich hier an dieser Stelle selbstverständlich nicht namentlich nennen möchte.

Ich werde es auch nicht bewerten, denn meine Meinung und mein Empfinden sind ja schließlich subjektiv! Darauf möchte ich besonders hinweisen!

Und es ist so, dass ich nicht per se etwas gegen das Produkt habe, zumal ich „eigentlich“ eine sehr tolerante Frau bin.  Jeder ist schließlich frei in seiner Entscheidung, Dinge zu konsumieren, auch wenn sie der Gesundheit nicht guttun.

Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was sich die Bundesregierung dabei gedacht hat. Eigentlich sollen es ja präventive Auflagen sein, mit denen ein bestimmter Industriezweig auf ein hohes Gesundheitsrisiko beim Konsumieren mittels Schockfotos hinweisen muss.

Die Idee ist ja grundsätzlich gut und wichtig, aber wen schocken denn  die Fotos nun wirklich?  Die Konsumenten des Produktes oder eher die Nicht-Konsumenten?  Und was ist mit den kleinen und großen Menschen, die zartbesaitet sind? Wer denkt an die Feinfühler? Ich bin eine sensible Frau, stehe mit beiden Beinen im Leben und bin meistens nicht so leicht aus der Balance zu bringen. Aber so mancher Einkauf hat bei mir oftmals einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.  Ich finde diese Fotos nämlich grauenhaft und ekelerregend!

Überall begegnen mir diese schlimmen Warnfotos, die eigentlich Horrorfotos sind, egal ob ich Lebensmittel einkaufe oder beim Kauf von Zeitschriften. Ebenso beim Einkauf im Getränkemarkt und auch beim Bezahlen an der Tankstelle.

 

Team „Ekel-Monster“

Das Ekel-Monster gibt es in verschiedenen Varianten und ich sehe diese Ekel-, Horrorvarianten, die sich alle – immer (!!!) –  gut sichtbar, also auf keinen Fall zu übersehen, im Kassenbereich des Einkaufsmarktes, des Getränkehandels, an der Tankstelle und auch im Zeitschriftenhandel, zeigen.

Die Ekel-Monster gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen, von klein bis in XXL-Größe (fast DIN A 4-Format).

Ekel

„Voll eklig“

 

 

Die Bilder, die ja eigentlich als Warnhinweise gedacht sind und den „Worst-Case“ von Krankheit, Zerfall, Zerfraß, eitrigen Entzündungen, Tumoren  oder Missbildungen zeigen, sind für mich ekelhaft!

Obwohl ich versuche, mir die Schockfotos dieses Produktes nicht anzuschauen, bleibt jedoch unbewusst oftmals ein kurzer  Blick an den Horrorbildern kleben. Wahrscheinlich wird mein Gefahrenabwehrsystem im Unterbewusstsein aktiviert, welches dann meine Blicke auf genau das, was mich irritiert und nicht natürlich ist, zieht. Ich beginne mich dann zu ekeln und mein Gehirn speichert diese Gruselfotos ohne meine bewusste Einwilligung ab, welche ich noch einige Zeit später vor Augen habe!

 

Bilder, die sich einbrennen

Bin ich zu sensibel für diese Welt? Diese Frage habe ich mir schon des Öfteren gestellt. Bin ich etwa die einzige Person auf dieser Welt, die diese Schockbilder, die ja eigentlich aufklärend wirken sollen, als extrem unangenehm empfindet?

Die potentiellen Kunden, die schließlich über mögliche Risiken informiert werden sollen, scheinen sich nicht an den Fotos zu stören, denn sie kaufen das Produkt ja weiterhin. Ist ja auch ok, denn wir sind alle freie Menschen und dürfen frei entscheiden.

Aber die Ekelbotschaften auf den Bildern werden offensichtlich einfach übersehen oder gar nicht registriert. Gratulation! (ironisch gemeint!) Ich kann mir also nicht vorstellen, dass diese Horrorbilder bei ihnen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen…

Aber eine Wirkung haben die Schockbilder ja scheinbar doch, denn am 29. Mai 2018 veröffentlichte t-online einen Beitrag, in dem der Vorstand einer Krankenkasse sagte „Die Fotos könnten einen präventiven Effekt haben“ …  weiterhin war im Text zu lesen „Schockbilder auf Zigarettenschachteln verstärken bei jungen Nichtrauchern negative Haltungen zum Rauchen. Auf rauchende Schüler wirken sie deutlich weniger emotional. Dies ergab nun eine Studie….“.

Ok, die jungen Nichtraucher schreckt es ab, die rauchenden Schüler weniger und die Erwachsenen scheinbar überhaupt nicht. Es gibt aber noch andere Menschen, die mit diesen schlimmen Präsentationen plakativ konfrontiert werden! Wer fragt sie nach ihrer Meinung zu den Fotos?

 

Sensible Kinderseelen

Eine weitere Frage, die mich sehr beschäftigt, ist:  Wie nehmen unsere  Kinder, insbesondere die kleineren Kinder, die in ihrem Einkaufswagen sitzen und die Schockfotos genau in Augenhöhe präsentiert bekommen, meistens gleich über den Süßigkeiten an der Kasse, die Fotos wahr?

Und welche Wirkung mögen die Fotos auf die Kleinen haben, wenn sie ein Kind mit Schnuller und Kippe im Mund sehen? Ich finde, ein wichtiger Aspekt einmal in Ruhe darüber nachzudenken! Ist es nicht unser Auftrag, unsere Kleinkinder von solchen Anblicken fern zu halten?

Ebenso ekelhaft finde ich es, wenn die Verpackungen mit den Horrorfotos auf Spazierwegen, im Schwimmbad (direkt neben dem Kleinkinderschwimmbereich) oder sogar auf Spielplätzen einfach entsorgt werden. Somit werden auch hier die Kinder wieder mit den Fotos konfrontiert.

Ekelmonster

 

 

Ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Auswirkungen oder Schockerlebnisse solche Bilder beim regelmäßigen Anblick, beim Einkaufen oder auch anderswo, für die sensiblen Kinderseelen haben könnte!

Diese schlimmen Bilder haben die Kleinen ständig vor Augen! Und was ist, wenn die hochsensiblen Kinder die Bilder nicht mehr aus ihrem Kopf bekommen? Gerade hochsensible Kinder nehmen sich viele Dinge sehr zu Herzen und haben aufgrund ihres besonderen Wahrnehmungsverarbeitungssystem eine sehr feine Begabung, die Welt mit anderen Augen zu sehen – so wie ich es in meinem Buch „Ich bin wie ich bin – genial und total normal“ beschrieben habe.

Wer macht sich eigentlich Gedanken darüber, wie diese Bilder auf die Kinder wirken?!? Wer schützt denn nun unsere zarten Kinderseelen?

 

Bitte etwas mehr Rücksicht

Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir etwas mehr Rücksicht für die sensibleren kleinen und großen Menschen wünschen!

So wie ich es bin, ich bin kein „Weichei“, aber bedingt durch meine Wahrnehmungsverarbeitung als hochsensible Frau, nehme ich viele Dinge sehr viel intensiver und detaillierter wahr. Und ja, ich gehe  nach dem Einkauf nach Hause und erinnere mich noch einige Zeit päter ganz genau an die schlimmen Details, die ich auf den Fotos gesehen habe und das finde ich ekelhaft.

 

Fakt ist

Ich mag die Ekel-Monster nicht, die einen beim Einkaufen ins Auge springen!

Und die sensiblen Kinderseelen werden vor diesen Anblicken nicht geschützt!

 

 

 

Veränderung tut not!

Vorbildlich finde ich es, wenn ich in einem ganz bestimmten Zeitungsladen einkaufe und sehe, dass die Schock-Ekelbilder durch ein Kärtchen zugedeckt sind. Auf diesem steht ein Signalwort, welches auf das Risiko hinweisen soll, aber diese Worte hinterlassen bei mir nicht so einen gruseligen Nachhall, wie es die Bilder machen.

Und ich fühle mich als Verbraucher wertgeschätzt, weil ich nicht mit diesen ekligen Bildern bombardiert werde.

Ich übe mich jedenfalls intensiv darin, die Horror-Schockbilder noch mehr auszublenden und bewusst weg zu schauen, was aber nicht immer so einfach ist.

Und wer weiß, Zeiten ändern sich und auch die Gesetze ändern sich – und vielleicht wird mehr Verständnis und Rücksichtnahme für feinfühlige und sensible, große und kleine  Menschen geweckt.

 

Empathen an die Macht!

Sabina Pilguj
Sabina Pilguj
www.ibi-za.de

Im Sonnenjahr 2017 habe ich mich entschlossen mit einem Blog „Ibiza-Prinzip“ online zu gehen. Ich schreibe über alltägliche Themen, über Hochsensibilität, den Lifestyle-Hippie, Yoga und Kinderyoga sowie über unsere tierischen Freunde.

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